Bienensterben? So kannst du den Bienen helfen

Die etwas Älteren unter uns haben es vielleicht noch besser in Erinnerung: bunte Felder mit Kornblumen und leuchtendem Klatschmohn soweit das Auge reicht. Die Insekten summten und die Schmetterlinge flogen umher. Saftige bunte Blumenwiesen mit den verschiedensten Pflanzen und Kräutern…

 

Leider hat sich unsere Landschaft über die letzten Jahrzehnte stark verändert. In manchen Gegenden der Schweiz sind im Frühling und Sommer nur noch grüne Wüsten zu sehen. Von Insekten, Schmetterlingen und bunten Blumen kaum noch eine Spur. Dies hat die Folge, dass unsere Insekten kaum noch Nahrung finden. Eine Studie hat gezeigt, dass in Deutschland 75% der Insekten verschwunden sind. In der Schweiz sieht es ähnlich aus. Auch hier bei uns verlieren Insekten Ihren Lebensraum. Dies ist sehr traurig, wissen wir doch längst, wie wichtig die Insekten für uns alles sind. Sie sichern die Bestäubung vieler Pflanzen und sind somit enorm wichtig für eine vielfältige Natur und für unser aller Überleben.

 

Doch warum ist es so gekommen? Wir betreiben eine immer intensivere Landwirtschaft. Konsum, günstige Lebensmittel und Wirtschaftlichkeit stehen heute in der Gesellschaft leider oft an oberster Stelle. In der modernen Landwirtschaft werden viele Pestizide eingesetzt und es wird möglichst effizient und kostengünstig produziert. Doch es wäre zu einfach, den Landwirten die Schuld in die Schuhe zu schieben! Am Ende sind es wir, die Konsumenten, die etwas bewegen können. Wir sollten somit lieber bei uns selbst anfangen und endlich unsere Gewohnheiten ändern. Jeder von uns kann etwas tun, um dem Insektensterben entgegen zu treten:

 

1. Pflanze bienenfreundliche Pflanzen an

Egal ob im Garten, auf dem Balkon oder im Blumentopf auf dem Fensterbrett – sähe und pflanze bienenfreundliche Pflanzen. Bienen sammeln Pollen und Nektar aus verschiedenen Kräutern und Blumen. Der Pollen ist eine wertvolle Proteinquelle und dient unter anderem zur Versorgung des Nachwuchses. Der Nektar ist quasi Energielieferant – hieraus entsteht auch der leckere Bienenhonig, den wir alle so schätzen.

Lass doch im Garten mal ein paar Löwenzahnblumen blühen und den bunten Klee im Rasen stehen. Die Bienen wird es freuen. Auch Lavendel, Borretsch, Oregano, Thymian und Rosmarin  liefern unheimlich viel Bienenfutter und bringen ordentlich Geschmack in deine Gerichte.

Also – einfach mal wachsen und blühen lassen!

 

2. Kaufe regionalen Honig

Wusstest du, dass der Honigkonsum in der Schweiz bei jährlich ca. 1,2 kg pro Einwohner liegt? Ein Grossteil des Honigs stammt dabei immer noch aus Importen. Günstiger Honig aus dem Supermarkt oder Discounter kommt dabei oft aus EG- und nicht EG-Ländern. Am Ende weiss man kaum noch, woher dieser Honig genau stammt und was da noch alles im Glas steckt. In den USA wird häufig genverändertes Saatgut angewendet, dessen Rückstände dann auch im Honig landen. Wer den Film „More than Honey“ gesehen hat weiss zudem, wie schlecht es den Bienen zum Beispiel bei der Mandelernte in Kalifornien ergehen kann. Wer sicher gehen will wählt gut aus und unterstützt einen Imker in seiner Region. In der Schweiz gibt es zum Glück noch kaum Flächen mit gentechnisch veränderten Pflanzen und viele Imker kümmern sich liebevoll und mit viel Herzblut um Ihre Bienen. Geht also direkt beim Imker vorbei oder werft im Supermarkt einen genauen Blick auf das Honigglas. Hier lieber ein paar Franken mehr investieren und einen leckeren Honig aus der Schweiz kaufen.

 

Bienen leisten Unglaubliches.

Für ein Kilogramm Honig besuchen sie bis zu 5 Millionen Blüten.

 

3. Verzichte auf Pestizide

Es ist einfach sich über die moderne Landwirtschaft aufzuregen. Hier werden Pestizide leider viel zu häufig angewendet. Diese Gifte schaden nicht nur der Umwelt und den Tieren, sondern nachweislich auch uns Menschen. Doch auch im Garten haben Pestizide nichts zu suchen. Ein super Ansatz ist die Permakultur. Hier geht es darum, die Muster der Natur zu imitieren und nachhaltige und ökologische Landschaften zu gestalten. Die Natur ist schliesslich ausgeklügelt. Unsere sogenannten Schädlinge werden durch andere Nützlinge gefressen und alles bleibt in einem natürlichen Gleichgewicht. Also verzichtet auf die Giftspritze. Meistens gibt es bessere Alternativen und die Insekten freut dies umso mehr.

 

4. Kaufe saisonale Lebensmittel aus ökologischer und regionaler Landwirtschaft

Warum sind immer noch so viele Leute bereit, viel Geld für ein teures iPhone auszugeben aber Lebensmittel müssen möglichst günstig sein? Dies auf Kosten der Tiere und der Gesundheit. Es muss natürlich nicht immer Bio sein, aber doch auch keine aufgeblasene Erdbeere im Dezember, oder?

Am Ende müssen wir alle umdenken und anders konsumieren. Zeige den grossen Konzernen, dass du für dich und deine Familie qualitativ hochwertige Produkte willst! Keine Plastikberge, kein Fleisch und keine Eier von Tieren aus Massentierhaltung vollgepumpt  mit Antibiotika und Mitteln für ein schnelles Wachstum. Kein mit Pestiziden behandeltes Gemüse und keine Brote mit Enzymen aus dem Supermarkt. Unterstütze Landwirte, Bäcker und Imker in deiner Region, die umsichtig handeln. Frage nach, mache aufmerksam und kaufe saisonal, regional und ökologisch ein. Warum nicht selber im Garten oder auf dem Balkon mehr Gemüse anbauen? Viele Landwirte in der Schweiz haben kleine Hofläden oder sind auf Märkten mit Ihren Produkten vertreten.

 

Wenn jeder von uns eine Kleinigkeit beherzigt, können wir viel bewirken. Helft mit, steht auf und fangt im Kleinen an.

 

Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet,

hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.

Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr,

keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch.

*Albert Einstein

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